Töpelmann hat recht!

Um gegen das durch die christlichen Kirchen (und im Zuge dessen die Landesgesetzgeber) durchgesetzte Tanzverbot an deren hohen Feiertagen zu protestieren, haben in Frankfurt gut 1000 Menschen bei einem Flashmob zu ihrer eigenen Musik getanzt.

Geile Aktion, so viel steht fest. Im selbigen Artikel auf SPON wird der “Sprecher der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Roger Töpelmann” zitiert:

Roger Töpelmann, argumentierte, der Karfreitag mache auf Leiden in der Welt, wie in Fukushima und Libyen, aufmerksam. Dieser Gedanke vertrage sich nicht mit Ansichten, die “jedem Bürger zu jeder Zeit freie Selbstverwirklichung zubilligen”.

Recht hat der Mann! Wo kämen wir hin, wenn jeder ständig freie Selbstverwirklichung fordert? Am Ende werden Diktatoren abgeschafft, AKW abgeschaltet oder – GOTT BEWAHRE! – den Minderheitskirchen in Deutschland ihr schönes Geld weggenommen.

Wo kämen wir da nur hin?

Liebe Stadt Koblenz

Das nächste Mal aber bitte keinen Sanierungsstau aufkommen lassen. Dann hab ich vielleicht sogar Chancen, in einer kleinen ruhigen Seitenstraße zu leben und nicht an einem Kriegsschauplatz. Danke.

Ach, um das mal gesagt zu haben: Die BUGA ist diesmal unschuldig. Ehrlich. Ich hab wirklich nach einer Verbindung gesucht, aber keine gefunden, an der sie – außer durch ihre bloße Existenz – Schuld trägt. Das nächste mal, versprochen ;)

Was wählen, Teil 3913.

Uiuiuiui…

Was schrieb ich neulich? Die Grünen wären zwar auch nicht deutlich besser als SPD und Co., dafür aber sowas wie das geringere Übel und die letzte Tankstelle vor der großen Autobahn namens Rechtsstaatszersetzung?

Das hat sich mit gestern dann wohl doch erledigt. Die Grünen in NRW schaffen es in geradezu meisterlicher Manier die Basis für einen gepflegten Shitstorm zu legen:

1. Der JMStV in NRW: Anstatt den JMStV in Nordrhein-Westfalen abzulehen, nehmen sie diesen an, obwohl sie ja eigentlich dagegen wären:

Wir sind weiterhin gegen den #JMStV, die Fraktion hat sich aufgrund parlamentarischer Zwänge anders entschlossen.


Wuhuu… Das hat das Zeug zum Meme. Ich korrigiere: Inzwischen ist es eins. Gut, man sollte den Unterschied zwischen Partei, Fraktion und hochbezahlten, absolut fähigen und ausnahmslos der Demokratie verpflichteten… äh… ja, kommen wir also zu Teil zwei, denn:

Fein, so sind die Grünen also da angekommen, wo SPD und CDU sie hinhaben wollten. Nämlich an die Stelle, wo sie die FDP bedrohen. FDP? Schlechtes Kraut geraucht? Was haben FDP und Grüne miteinander zu tun? Na, fragen wir doch einfach den Herr Özdemir, denn:

2. Wikileaks ist böse und schadet der Demokratie. Ja, so ist das, wenn man das falsche Kraut raucht. Schnell mal dem Briefträger in die Fresse hauen, wenn der die Rechnungen bringt. Da mag man doch hoffen, dass nach der nächsten Landtagswahl nicht irgendein Wahlforschungsinstitut wegen der schlechten Zahlen für die Grünen in die Luft gejagt wird. Ich mag jetzt nicht den vollen Wortlaut aus der TAZ zitieren, wer weiß, wohin das führt. Aber ich mag jetzt vier Worte nennen: Özdemir, Westerwelle, “harte Konkurrenten”. Muahaha…

Ich bin nun also an dem Punkt angekommen, an dem ich wirklich nicht mehr weiß, was nächstes Jahr wählbar ist. Vielleicht legt sich gnädig der Schleier des Vergessens und des hohen Alters über mein Gehirn, sodass ich guten Gewissens doch noch Grüne wählen kann. Vielleicht hilft Alkohol. Leider gibt es für Koblenz keinen Direktkandidaten der Piraten :-(

Meine Empfehlung: Wählt halt irgendeine Partei, die sich nicht gegen Demokratie, Grundgesetz, Rechtsstaat und gesunden Menschenverstand stellt. Verzichtet also auf ein Kreuz bei NPD, DVU, REP, CDU, SPD,… seufz ich hab das Gefühl, ich dreh mich im Kreis.

Würdelos mit Hartz IV

Eben haben wir unsere Kurze für eine Übernachtung in der Schule abgegeben. Ihr Lehrer tut mir leid. 20 von den Rabauken und das abends… Er wird wissen, was er sich antut. Spätestens morgen früh.

Wie dem auch sei, wir waren vorher kurz bei Aldi (zu Aldi?), um dort ein paar Batterien für die Taschenlampe der Kleinen zu kaufen. Vor uns an der Kasse war ein junges Paar mit Kind (ca 3 Jahre alt) und “bezahlten” ihren Einkauf mit einem Gutschein der Arge Koblenz.

Mich hat das recht sprachlos zurückgelassen. Das ist so würdelos, so ab von jeder sozialen Teilhabe, dass ich mich fremdgeschämt habe für unser “Sozialsystem”. So können wir nicht mit Menschen umgehen. Nun wird es nicht lange dauern, bis der erste denkt: “sind sie doch selbst schuld, die Gutscheine gibts nur im Sanktionsfall oder wenn jemand alles ausgegeben hat, damit das Kind nicht verhungert”. Denkbar, einerseits. Aber andererseits darf mir niemand mit solcherlei Scheiße kommen, so lange in diesem Land hochkrimelle Banker und Politiker aus unseren Steuergeldern in die Eigene Tasche wirtschaften und diese Wesen auch noch als besserer Teil unserer verkommenen Gesellschaft betrachtet werden.

Mich hinterlässt das wütend und beschämt.

Yeah!

Es ist meines! MEINES! Oder jedenfalls noch, denn an Weihnachten wechselt es den Besitzer.
Die Rede ist vom Filly Traumschloss… Das Ding kostet üblicherweise um die 20€ und ist in Deutschland weitestgehend ausverkauft.

Käufer hingegen gibt es potentiell gefühlte drölfzillionen, sodass die Dinger bei ebay für 80 und mehr Euro über den Tisch gehen. Ich schätze, dass kurz vor dem Fest die Preise dreistellig werden.

Unsere Kleine wünscht sich das Ding natürlich auch und so waren wir einigermaßen elektrisiert, als wir vorgestern im Metro-Prospekt eben jenes Schloss für 20€ sahen. Ab Donnerstag, also heute erhältlich.

Meine Gedanken kreisten bereits um mindestens fünf gekaufte Exemplare und astronomische Gewinne durch verzweifelte Väter und Mütter bei ebay.

In der Spielwarenabteilung aber fand sich nichts dergleichen, als ich dort kurz nach 8 Uhr aufschlug. So fragte ich einen marodierenden Haufen Verkäufer (vier auf einem Haufen!) nach dem Verbleib des Schatzes.

Einer schaute mich verschwörerisch an und sagte “Ja, das kann ich besorgen. Warten Sie mal.”, verschwand daraufhin im Lager und kam mit einem Exemplar zurück. Meine Frage, ob ich nicht ein paar mehr bekommen könnte wurde mit einem Lachen quitiert. Es gäbe sowieso nur noch dieses eine Stück. Und ich solle es um Himmels willen nicht im Wagen alleine rumstehen lassen. “Immer beim Wagen bleiben, nicht aus den Augen lassen, sonst wird Ihnen das noch vor der Kasse geklaut! Die sind wie wahnsinnig mit diesen Teilen.”.

Wäre ich nicht bereits sehr glücklich vergeben, wäre das vermutlich das ultimative Mittel, um gutaussehende, reiche Hausfrauen ins Bett zu bekommen.

Unter starker Bewachung machte ich mich Richtung Kasse, bezahlte den geradezu lächerlich niedrigen Preis und fuhr mit dem Wertobjekt in den Sonnenaufgang…

Wie das Teil aussieht? So:

Die Stadt Koblenz, heute zum zweiten Mal

Ich bekam heute eine Mahnung.

Kann passieren, lieber Schuldner. Man übersieht etwas, ist ein paar Tage im Ausland oder hat einen dreiwöchigen Trip auf LSD. Wer weiß.
Im Allgemeinen kommt dann mal eine Mahnung, vielleicht eine zweite weniger freundliche, danach wird es dann oft unangenehm.

Anders bei der Stadt Koblenz. Bei der wird es praktisch direkt unangenehm, denn die schlägt auf die Rechnung schon mit der ersten Mahnung satte 400% auf.

So wird aus einem Ticket für 5€ eine Rechnung über sagenhafte 28,50€.
Davon 20€ Gebühr (für genau was, liebe Stadt Koblenz?), 3,50€ Auslagen (was legt die Stadt denn aus? Straßenbelag in der August-Horch-Straße?) und natürlich die ursprünglichen 5€.

Solcherlei “Gebühren” erhebt sonst nicht einmal die Russenmafia oder der Papst, ja, nicht einmal die EVM, die ja nicht gerade zimperlich in solchen Dingen ist. 400%? Sind Drogen so teuer geworden? Anders kann ich mir das nicht erklären.

Liebe Stadt Koblenz: Ich glaube, ich sollte in Zukunft meine entgangene Lebenszeit, die Du mir dank BUGA und Unfähigkeit Deiner Oberen, vor allem zum Thema Straßenbau, gestohlen hast in Staus und unnötiger Warterei auf Ämtern einfordern. Ich bin freundlich und behaupte nicht, dass meine Lebenszeit unbezahlbar ist. 30€ zzgl. MwSt. die Stunde reichen mir für den Anfang. Erst, wenn ich mahnen muss, dann werden dann 150€ draus. Freundlich werde ich dennoch bleiben.

Oder Ihr zahlt endlich der Elli mal Ihr Gehalt, schließlich ist sie ja… ach, das ist der falsche Blogpost…

Wir brauchen den Zensus 2011

Heute bekam unsere Elena, Post. Sogar vom Oberbürgermeister der Stadt Koblenz, Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig selbst unterzeichnet.

Darin wirbt Herr Prof. Dr. Hofmann-Göttig um Helfer für den Zensus 2011. Denn schließlich zählt sich das Volk nicht von alleine, da müssen Menschen her, die dies in den eigens noch dafür einzurichtenden Erhebungsstellen abfragen. Zensuspflichtig sind “Haus- und Wohnungsbesitzer, Hausverwaltungen und vielleicht Sie – wenn der Zufall es so will.”

Machen Sie mit!

Sie sind kontaktfreudig und gegenüber einer derartigen Erhebung aufgeschlossen? Sie sind zuverlässig und verschwiegen? Sie haben das 18. Lebensjahr vollendet? Dann sind Sie bestens geeignet für das freiwillige Ehrenamt als Erhebungsbeauftragte/r in Zensus 2011

Am Ende des Briefes gibt es noch den Hinweis, dass man weitere Informationen im Intranet der Stadt Koblenz finden würde.

Intranet? Da haben doch nur Mitarbeiter der Stadt Koblenz Zugriff. Wie kommen die denn auf die Idee, Elena wäre eine städtische Angestellte? Da fällt mir nur eins ein: Elli hat vor ein paar Monaten mal bei den Proben im Stadttheater mitgemacht und kam so auf die Payroll der Stadt. Seitdem bekommt sie auch regelmäßig “Gehaltsabrechnungen”, die zwar ein Saldo von (leider) 0,0 Euro haben, aber nun wird langsam ein Schuh daraus.

Ich finde, das ist ein guter Anfang. Ich glaube zwar nicht, dass Elli zur Beamtin oder auch nur öffentlichen Angestellten taugt, dafür ist sie viel zu kreativ, wild und – sagen wir mal – ehrgeizig darin, Dinge so zu machen, wie andere es sich nicht mal vorzustellen vermögen. Dennoch kann es nicht schaden, in schlechten Zeiten wie diesen, eine stille Reserve in der Hinterhand zu haben. Von irgendwas muss man ja leben.

Letztlich aber, zeigt dieser Brief jedoch deutlich, wie dringend nötig wir einen Zensus haben. Denn was der OB nicht weiß, ist dass Elena sieben Jahre alt ist.

Die Wahlen rücken näher

Ja, ich habe lange nichts geschrieben. Aber das war meine Entscheidung und sie war gut so.

Nun ist es November 2010, die Wahlen in Rheinland-Pfalz stehen praktisch vor der Tür und so langsam wird es Zeit, aus meinem Erdloch zu kriechen und wieder ein wenig Polemik unter das Volk zu mischen.

Heute fragte mich meine Freundin bei Twitter, was man denn nun wählen solle. Ich summierte meine Gedanken auf unter 140 Zeichen zusammen und ergab mich in die Einsicht, dass es mal wieder eine Wahl des kleineren Übels sei.

Eine weitere Unterhaltung mit einem Kollegen ließ mich über die Bundestagswahl 2009 nachdenken. Ich hatte Grüne und Piraten gewählt. Piraten in der Zweitstimme, Grüne direkt. Nun mag man kein Freund der Grünen sein, auch hier war es die einzige Möglichkeit, meine Stimme zu geben, aber nicht dem oder der ganz Falschen.

Warum denn nun den Herrn Winkler? Ich stimme nicht allem zu, was die Grünen – gerade auf Bundesebene – tun und getan haben. Ganz im Gegenteil, letztlich haben sie Hartz IV mitgetragen.

Dennoch, was hätte ich tun sollen? Einen wie den Fuchs wählen? Jemand, der in der Glotze mit der Bildzeitung wedelt und diese als Basis seiner Erkenntnisse und politischen Willensbildung preisgibt?

Über Ursula Mogg zu schreiben spare ich mir an dieser Stelle. Da habe ich wenig zu sagen. Viel mehr wäre da über die SPD in Koblenz zu berichten, was aber nicht hier her gehört.

Wieso also Grün? Ganz einfach. Im Gegensatz zu den Damen und Herren von SPD und vor allem der CDU ist bei den Grünen Kommunikation, gerade im Netz, keine Einbahnstraße. Mit Herrn Winkler kann man in Verbindung treten, es kommen Antworten. Ob sie mir nun gefallen oder nicht ist etwas anderes. Aber ich wäre in der Lage, mich mit Herrn Winkler an einen Tisch zu setzen und er würde mir auch zuhören. Und er würde mir sicher das Angebot machen, bei den Grünen mitzuarbeiten ;-)

CDU und SPD betrachten das Netz jedoch als das, was sie gerne hätten: Einen Distributionskanal für ihre Pressemitteilungen. Genau deshalb möchten diese Damen und Herren auch ihre wirren Forderungen zum Thema Netz durchsetzen. Kein Marketing kann sich unangenehme Fragen leisten. Antworten schon gar nicht.

Gut. Ein Anfang. Weiter geht”s, der März ist nicht mehr fern.

Bücherraubkopierpiratenvergewaltiger!

Man ahnt es ja nicht.

MAN AHNT ES JA NICHT!

Seit die Digitalisierung auch hierzulande die Buchbranche erreicht hat, legt der Börsenverein des Deutschen Buchhandels sich kräftig ins Zeug. Auf der letzten Leipziger Buchmesse hat er beispielsweise einen „Forschungsüberblick zum Unrechtsbewusstsein von Jugendlichen“ erstellt, für den er 313 Personen zwischen 12 und 19 Jahren befragt und Erstaunliches herausgefunden hat. Zum Beispiel: „Knapp zwei von drei Befragten haben schon einmal Dateien an andere weitergegeben.“

Muss ich irights.info entnehmen.

Soso… Die Buchbranche.

Ich verrate der Buchbranche jetzt ein Geheimnis… ich verleihe sogar Bücher. Unglaublich, oder? Was es alles gibt…

P.S.: Nur, damit das in den richtigen Hals gelangt: Ich bin da ganz bei irights.info!