Ja, ich habe lange nichts geschrieben. Aber das war meine Entscheidung und sie war gut so.
Nun ist es November 2010, die Wahlen in Rheinland-Pfalz stehen praktisch vor der Tür und so langsam wird es Zeit, aus meinem Erdloch zu kriechen und wieder ein wenig Polemik unter das Volk zu mischen.
Heute fragte mich meine Freundin bei Twitter, was man denn nun wählen solle. Ich summierte meine Gedanken auf unter 140 Zeichen zusammen und ergab mich in die Einsicht, dass es mal wieder eine Wahl des kleineren Übels sei.
Eine weitere Unterhaltung mit einem Kollegen ließ mich über die Bundestagswahl 2009 nachdenken. Ich hatte Grüne und Piraten gewählt. Piraten in der Zweitstimme, Grüne direkt. Nun mag man kein Freund der Grünen sein, auch hier war es die einzige Möglichkeit, meine Stimme zu geben, aber nicht dem oder der ganz Falschen.
Warum denn nun den Herrn Winkler? Ich stimme nicht allem zu, was die Grünen – gerade auf Bundesebene – tun und getan haben. Ganz im Gegenteil, letztlich haben sie Hartz IV mitgetragen.
Dennoch, was hätte ich tun sollen? Einen wie den Fuchs wählen? Jemand, der in der Glotze mit der Bildzeitung wedelt und diese als Basis seiner Erkenntnisse und politischen Willensbildung preisgibt?
Über Ursula Mogg zu schreiben spare ich mir an dieser Stelle. Da habe ich wenig zu sagen. Viel mehr wäre da über die SPD in Koblenz zu berichten, was aber nicht hier her gehört.
Wieso also Grün? Ganz einfach. Im Gegensatz zu den Damen und Herren von SPD und vor allem der CDU ist bei den Grünen Kommunikation, gerade im Netz, keine Einbahnstraße. Mit Herrn Winkler kann man in Verbindung treten, es kommen Antworten. Ob sie mir nun gefallen oder nicht ist etwas anderes. Aber ich wäre in der Lage, mich mit Herrn Winkler an einen Tisch zu setzen und er würde mir auch zuhören. Und er würde mir sicher das Angebot machen, bei den Grünen mitzuarbeiten
CDU und SPD betrachten das Netz jedoch als das, was sie gerne hätten: Einen Distributionskanal für ihre Pressemitteilungen. Genau deshalb möchten diese Damen und Herren auch ihre wirren Forderungen zum Thema Netz durchsetzen. Kein Marketing kann sich unangenehme Fragen leisten. Antworten schon gar nicht.
Gut. Ein Anfang. Weiter geht”s, der März ist nicht mehr fern.