Was wählen, Teil 3913.

Uiuiuiui…

Was schrieb ich neulich? Die Grünen wären zwar auch nicht deutlich besser als SPD und Co., dafür aber sowas wie das geringere Übel und die letzte Tankstelle vor der großen Autobahn namens Rechtsstaatszersetzung?

Das hat sich mit gestern dann wohl doch erledigt. Die Grünen in NRW schaffen es in geradezu meisterlicher Manier die Basis für einen gepflegten Shitstorm zu legen:

1. Der JMStV in NRW: Anstatt den JMStV in Nordrhein-Westfalen abzulehen, nehmen sie diesen an, obwohl sie ja eigentlich dagegen wären:

Wir sind weiterhin gegen den #JMStV, die Fraktion hat sich aufgrund parlamentarischer Zwänge anders entschlossen.


Wuhuu… Das hat das Zeug zum Meme. Ich korrigiere: Inzwischen ist es eins. Gut, man sollte den Unterschied zwischen Partei, Fraktion und hochbezahlten, absolut fähigen und ausnahmslos der Demokratie verpflichteten… äh… ja, kommen wir also zu Teil zwei, denn:

Fein, so sind die Grünen also da angekommen, wo SPD und CDU sie hinhaben wollten. Nämlich an die Stelle, wo sie die FDP bedrohen. FDP? Schlechtes Kraut geraucht? Was haben FDP und Grüne miteinander zu tun? Na, fragen wir doch einfach den Herr Özdemir, denn:

2. Wikileaks ist böse und schadet der Demokratie. Ja, so ist das, wenn man das falsche Kraut raucht. Schnell mal dem Briefträger in die Fresse hauen, wenn der die Rechnungen bringt. Da mag man doch hoffen, dass nach der nächsten Landtagswahl nicht irgendein Wahlforschungsinstitut wegen der schlechten Zahlen für die Grünen in die Luft gejagt wird. Ich mag jetzt nicht den vollen Wortlaut aus der TAZ zitieren, wer weiß, wohin das führt. Aber ich mag jetzt vier Worte nennen: Özdemir, Westerwelle, “harte Konkurrenten”. Muahaha…

Ich bin nun also an dem Punkt angekommen, an dem ich wirklich nicht mehr weiß, was nächstes Jahr wählbar ist. Vielleicht legt sich gnädig der Schleier des Vergessens und des hohen Alters über mein Gehirn, sodass ich guten Gewissens doch noch Grüne wählen kann. Vielleicht hilft Alkohol. Leider gibt es für Koblenz keinen Direktkandidaten der Piraten :-(

Meine Empfehlung: Wählt halt irgendeine Partei, die sich nicht gegen Demokratie, Grundgesetz, Rechtsstaat und gesunden Menschenverstand stellt. Verzichtet also auf ein Kreuz bei NPD, DVU, REP, CDU, SPD,… seufz ich hab das Gefühl, ich dreh mich im Kreis.

Zensur durch die Hintertür ins Auge

Dass der Kindle eine perfekte Zensurplatform ist, ist generell nichts Neues. Da gabe es vor geraumer Zeit die Geschichte mit dem Kindle-User, ach, lest selbst nochmal nach.

Nun geht”s in die zweite Runde. Ausgerechnet 1984 und Animal Farm wurden von Amazon aus dem Programm genommen. Und… von den Kindles gelöscht. Ich glaube, ich würde JETZT meinen Kindle verbrennen, hätte ich einen. Hab aber keinen. Und wisst Ihr warum? :-D

Oops, they did it again!

Spiegel, die Dritte:

Wie fefe bereits vermutete, hat SPON wieder ge… schummelt? Gefälscht? Nachträglich korrigiert heißt das wohl. Journalistische Qualität auf dem Altar der Geschwindigkeit geopfert.

wird dann zu

Man beachte den Textübergang zwischen den zwei Absätzen. Da wird aus einem zunächst auf Krücken gehangenen Zusammenhang ein unzusammenhängender Block, den dennoch durch Nähe erzeugten Zusammenhang mag sich der zu beeinflussende Leser selbst denken…
Saubere Arbeit, SPON!

Don’t be evil!

Was mit Google in den letzten Jahren passiert ist, braucht man kaum erzählen. Vom Insidertipp zum zumindest potentiellen Big Brother war der Weg gar nicht so lang, wie man meinen möchte.

Eine interessante, kurze, aber leider gar nicht so von der Hand zu weisende Fiktion zum Thema findet Ihr bei Radar Online.

Wider die Armut!

Das kann doch verdammt noch mal nicht angehen!

Eine gestandene Frau, Jahrgang 1936. Das könnte Deine Mutter, Deine Oma! sein. Und diese Frau soll um ihr Geld betteln? Mit gebrochenem Rücken, zitternden Händen bis in die Nacht in der Fußgängerzone hocken und dort auf eine Mildtätigkeit hoffen, von einem dahergelaufenen Ignoranten. Einem wie mir?

Diese Frau hat geholfen, die Bundesrepublik aufzubauen, hat ihr Kreuz schon in jungen Jahren geopfert, damit es uns heute endlich gut gehen kann! Wo verdammt noch mal bleibt hier der Anstand der Spätgeborenen? Schämt Euch!

Ein besonders aufkratzendes Beispiel, das mich glatt um den Schlaf gebracht hat: Inge Wettig-Danielmeier, ihres Zeichens Schatzmeisterin der SPD. Diese Frau ist nach eigenem Bekunden nicht nur Finanzverwalterin der SPD, nein!, sie ist die Modernisiererin der Parteifinanzen! Mit “der Neuordnung des Spendenwesens, neuen Formen wie Sponsoring, verbesserter Innenrevision, Einführung des Controllings und straffer Haushaltsführung” hat sie mit dazu beigetragen, dass der SPD derart viele Mitglieder weggelaufen sind und in Folge diese Vision des Parteienmammons wie ein Kartenhaus im Sturm zusammenfallen wird.

Was fällt diesem Fußvolk auch ein, die Leistungen der Parteioberen derart gering zu schätzen, Lebenswerke mit Füßen zu treten?

Aber Frau Wettig-Danielmeier hat da die richtige Antwort: So wären “die Zuschüsse seit fünf Jahren nicht erhöht” worden und nun sei es “an der Zeit”.

Zwei ganz unpolemische Dinge dazu, Frau Wettig-Danielmeier:

1. Das mit dem “es ist an der Zeit” gehört woanders hin.

2. Mir geht”s gut. Ich habe einen Job, bei dem ich in den letzten Jahren nur auf ein paar hundert Euro verzichten musste, damit ich weiterhin die Ehre habe, zur arbeitenden Bevölkerung zu gehören. Gehaltserhöhung gehört für die Menschen, die die Steuern zahlen, die Sie sich nun unter den Nagel reißen möchten in das Reich der Fabeln, ist ein totes Wort, bestenfalls noch in Zeiten des Wahlkampfes aus Mündern der Politiker zu vernehmen. Wenn es an der Zeit für irgend etwas ist, dann, dass Leute wie Sie und Ihre Parteifreunde endlich den Gehaltserhöhungen ins Reich der Vergessenheit folgen. Gute Reise.